Freitag, 15. August 2014

Weihnachtslied (Weihnachtsgedicht)

von Clemens von Brentano
 
Kein Sternchen mehr funkelt,
Tief nächtlich umdunkelt
Lag Erde so bang;
Rang seufzend mit Klagen
Nach leuchtenden Tagen,
Ach! Harren ist lang.

Ganz plötzlich erschlossen,
Vom Glanze durchgossen,
Der Himmel erglüht;
Es sangen die Chöre:
"Gott Preis und Gott Ehre!
Erlösung erblüht."

Es sangen die Chöre:
Den Höhen sei Ehre,
Dem Vater sei Preis,
Und Frieden hinieden,
ja Frieden, ja Frieden
Dem ganzen Erdkreis!

Wir waren verloren,
Nun ist uns geboren,
Was Gott uns verhieß:
Ein kindlein zum Lieben
Und nie zu betrüben,
Ach, Lieb ist ja süß!

O segne die Zungen,
Die mit mir gesungen,
Du himmlisches Kind!
Und lass dir das Lallen
Der Kinder gefallen,
So lieblich und lind.

O Friede, dem Zorne,
O Röschen, dem Dorne,
Holdselig erblüht;
Süß lallende Lippe
Des Kinds in der Krippe,
Dir gleicht wohl dies Lied.

Clemens von Brentano (1886-1965)

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